Verbindungen & Burschenschaften im kritischen Blick

03.12.09 / 19Uhr / Raum 1812 Casino // IG-Farben Campus
Referent Jörg Kronauer

In einer Zeit, in der Begriffe wie Nation, Patriotismus, Elite, Werte(verlust), gesellschaftliche Verantwortung, etc. in der öffentlichen Debatte gestärkt und dem Anspruch nach neu bestimmt werden, stehen konservative Projekte nicht mehr im gesellschaftlichen Abseits, sondern sehen sich explizit auf den Plan
gerufen.

Es scheint im Rahmen einer auf breite gesellschaftliche Anschlussfähigkeit zielenden Verbindungskritik Sinn zu machen, einen Blick gerade auf diejenigen Korporationen zu werfen, die sich ebenso liberal und demokratisch geben wie die bundesrepublikanischen Stimmungsmacher_innen.
Dabei sollte klar sein, dass weder ein öffentliches Abrücken von „schwarzen Schafen“ aus dem Burschenschaftsspektrum automatisch ein Zeichen einer liberalen und freiheitlichen Haltung ist, noch dass die einzige Unzumutbarkeit, die studentische Verbindungen parat halten eine nazistische Gesinnung sei:
Als Grundlegung unserer Kritik wollen wir daher in einer einführenden Veranstaltung in Kooperation mit dem Antifa/Antira/Antidiskriminierungs-Referat des AStA auf die Funktionsweise studentischer Korporationen, ihre Verortung und die allgemeine Ausrichtung der Geisteshaltung Korporierter zu sprechen kommen: Rassistische, antisemitische, antifeministische und reaktionäre Standpunkte – mal offen herausposaunt, mal unter der Hand bezogen, scheinen von einer Organisationsform, die traditionalistisch an gestrigen bis vorgestrigen Regeln, Normen und Ritualen festhält, untrennbar.

In einer Folgeveranstaltung mit Vorstellung unserer Broschüre Anfang nächsten Jahres diskutieren wir dann die Frage nach einer Schnittstelle von wertkonservativen Standpunkten wie sie bei Korporationen zu finden sind und dem derzeitigen bundesrepublikanischen Projekt, Begriffe wie Elite, Nation, Patriotismus, Werte(verlust), gesellschaftliche Verantwortung, usf. neu zu bestimmen