Clément von Nazis ermordet – NI OUBLI! NI PARDON!


Am Mittwoch den 05.06.13 wurde der 18-Jährige Antifaschist Clément Méric in Paris von Faschist_innen ermordet.
Wir führten zu seiner Erinnerung und zum Gedenken an weitere faschistische Morde an Antifaschist_innen am 07.06. eine Kundgebung an der Konstablerwache durch.
Eine Dokumentation findet ihr bei indy.
Weitere Infos zu den Vorfällen bei den Genoss_innen in Paris: La Horde und Action Antifasciste Paris-Banlieue .
Im Folgenden dokumentieren wir die von uns an diesem Tag gehaltene Rede:

Clément von Nazis ermordet
NI OUBLI! NI PARDON!
Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Am Mittwoch den 05.06. wurde der 18-Jährige Antifaschist Clément Méric in Paris von Neonazis der Gruppe “Jeunesses Nationalistes Révolutionnaires” ermordet. Auf einer viel belebten Fußgängerzone lauerten die Neonazis ihm und seinen Freund_innen auf, umzingelten sie, fingen an sie zu beleidigen und zu schubsen. Dabei schlug einer der Neonazis Clément mit einem Schlagring ins Gesicht. Dieser fiel daraufhin zu Boden und stieß mit dem Kopf gegen einen Metallpfosten. Während seine Freund*innen versuchten sich zu verteidigen, traktierten die Faschist_innen den bereits wehrlos am Boden liegenden Genossen weiter. Die kurz darauf Gefllüchteten Angreifer_innen wurden am Tag darauf festgenommen.
Clément wurde ohnmächtig in das Krankenhaus “La Salpêtrière” eingeliefert. Dort erlag er einige Stunden später seinen schweren Verletzungen.

Klar ist: Solche Taten sind keine Ausrutscher von einzelnen, etwas übereifrigen Nazis. Vielmehr ist Mord seit jeher zugleich Mittel und Zweck des Faschismus.
In Frankreich sind die Faschist_innen beflügelt von einem gesellschaftlichen Klima, welches geprägt ist von seit Monaten andauernden homophoben Mobilisierungen, bei denen Anhänger_innen konservativer Parteien Seite an Seite mit Neonazis marschieren und bei denen auch gewalttätige Übergriffe zur Tagesordnung gehören. So konnten sich die Faschist_innen durch diese Formierung der Reaktion gestärkt fühlen und neues Selbstbewusstsein schöpfen. Clément bekämpfte diesen neu formierten Mob in Frankreich. Auf Youtube ist er in einem Video zu sehen, in dem er sich zusammen mit Genoss_innen einer Demonstration der Homsexuellenfeinde entgegenstellt. In der Hand halten sie ein Transparent mit der Aufschrift: „L‘homophobie tue“ – „Homophobie tötet“.

Wir werden unseren antifaschistischen Kampf solange fortsetzen, bis sowohl der Faschismus als auch seine Wurzeln endgültig überwunden sind – dies sind wir nicht zuletzt seinen Opfern schuldig!
Klar ist zudem auch: In unserem Kampf gegen den Faschismus können wir uns nicht auf den Staat verlassen. Wie jeder von den Bullen durchgeprügelte Naziaufmarsch und nicht zuletzt die rassistischen Mordserie des NSU gezeigt hat, unterstützt dieser indirekt – wenn nicht sogar direkt – solche Taten. Gerade in Frankfurt wissen wir das aus eigener Erfahrung leider nur allzu gut.
Am 28. September 1985 wurde Günter Sarré von Polizist_innen mit einem Wasserwerfer überrollt, als sie gerade damit beschäftigt waren eine Versammlung der NPD im Gallus mit allen Mitteln durchzusetzen. Günter verstarb noch an Ort und Stelle.

Der Mord an Clément reiht sich ein in eine lange Liste von Morden an AntifaschistInnen in ganz Europa. So erinnern wir heute auch an die Morde an Ivan Hutorskoy, Stanislav Markelov, Anastasia Baburova,Timur Kacharava, Feodor Filatov, David Cesare (Dax), Renato Biagetti, Carlos Palomino, Jan Kucera, Thomas Schulz, Silvio Meier und vielen weiteren.

On est ensemble, on n’oubliera pas – Wir stehen zusammen, niemand wird vergessen!